Ihr Versorger am Niederrhein.
Sonderseiten

Gute Umweltbilanz für das geplante DHE

Die Informationsveranstaltung der Stadtwerke Dinslaken zur künftigen Wärmeversorgung stieß im Ledigenheim Lohberg auf ein großes Interesse

Auf großes Bürgerinteresse stieß die zweite Informationsveranstaltung zum geplanten Dinslakener Holzenergiezentrum (DHE), zu der die Stadtwerke Dinslaken ins Ledigenheim Lohberg eingeladen hatten. Zentrale Themen waren die Notwendigkeit einer Fernwärmeerzeugungsanlage für Dinslaken nach dem absehbaren Kohleausstieg, der Sinn einer energetischen Altholzverwertung auch unter ökologischer und nachhaltiger Betrachtungsweise, die Einhaltung der Immissionswerte nach den Auflagen der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung und des Dinslakener Luftreinhalteplans sowie Fragen nach dem Standort auf einer Industriebrache und der Brennstoffanlieferung- und entsorgung. Durch den Abend führte gewohnt souverän die Moderatorin Julitta Münch, neben Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken, sprachen der Geschäftsführer von Seeger Engineering Frank Huckschlag, der die technische Seite des DHE erläuterte, die Leiterin des Genehmigungsverfahrens Andrea Esser (Probiotec) und Günter Dehoust, Senior Researcher des unabhängigen Öko-Instituts e.V.

Welche gravierenden Änderungen sich während der Entwicklung eines Projekts von der ersten Idee bis zur Beantragung des Genehmigungsverfahrens ergeben können, erfuhren Bürgerinnen und Bürger, die sich bereits vor einem Jahr mit den ersten Planungen des DHE beschäftigt haben. Entgegen ersten Überlegungen werden im Holzenergiezentrum nur Hölzer der Kategorien A I bis A III energetisch verwendet. Den Einsatz von Altholz der Kategorie IV, zu dem Bahnschwellen gehören, schloss Josef Kremer aus. Eine klare Botschaft, die im Saal spürbar positiv aufgenommen wurde. Durch den absehbaren Kohleausstieg und dem Auslaufen der EEG-Förderungen für die Biomasse-Heizkraftwerke entlang der Fernwärmeschiene Niederrhein droht eine Unterversorgung. Dies kann – nach Prüfung mehrerer Alternativen, durch das DHE in Kombination mit dem geplanten  Ausbau der Nutzung industrieller Abwärme vollständig aufgefangen werden, so Kremer. Dabei werde das DHE Wärme geführt, d. h. sein Betrieb in Voll- oderTeillast bzw. seine Abschaltung sind vom tatsächlichen Wärmebedarf abhängig. Der Standort im einzigen Industriegebiet Dinslakens bietet dabei einen besonderen Vorteil: Der Anschluss des DHE ans Sekundärnetz der Fernwärmeversorgung Niederrhein erlaubt eine niedrigere Wärmetemperatur. Das spart Energie bei der Erzeugung.

Das DHE unterliegt wegen der energetischen Verwendung von Holz der Kategorie A III der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung. Noch strikter sind die Auflagen, die der Dinslakener Luftreinhalteplan einem Anlagenneubau diktiert. Andrea Esser stellte in ihrem Vortrag detailliert
maximal mögliche Immissionen der Anlage in Volllastbetrieb den Forderungen des Luftreinhalteplans gegenüber. Eine neue Anlage in Dinslaken darf nur zu einer irrelevanten Mehrbelastung der Luft von maximal einem Prozent führen, dank einer Rauchgasreinigung, die nach Einschätzung von Günter Dehoust vom Öko-Institut „deutlich über dem Stand heute üblicher Anlagen“ liegt, werden die Irrelevanzwerte zum Teil merklich unterschritten.

Ein Thema der Diskussion blieb die Standortfrage, vor allem im Bezug auf den erwarteten LKW-Verkehr. Die für das DHE vorgesehene Brache an der Thyssenstraße weist innerhalb des einzigen als Industriegebiet ausgewiesenen Areals der Stadt  eine direkte Anbindung über die Otto-Brenner-Straße und die Brinkstraße an die A59 und damit den kürzesten möglichen Anfahrtsweg auf Dinslakener Gebiet für ein neue Energieerzeugungsanlage vor. Die dortigen Anlieger trugen deshalb im Ledigenheim ihre Bedenken vor. Um mit den Bewohnern des Averbruchs ins Gespräch zu kommen, planen die Stadtwerke Dinslaken eine weitere Infoveranstaltung vor Ort.