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50 Jahre Fernwärmeversorgung Niederrhein GmbH

Die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Dinslaken GmbH wurde am 29. November 1966 gegründet

Dinslaken Anfang der 60er Jahre. Die Stadt ist vom Bergbau und der Stahlindustrie geprägt. Heizt jeder Haushalt weiterhin einzeln mit Kohle und bläst Ruß und Qualm ungefiltert in den Himmel? Oder bündelt man die Energie und erzeugt Wärme für viele in einem zentralen Heizwerk? Es wäre zugleich ein verlässlicher Abnehmer größerer Mengen Steinkohle. Denn während die Schlote rauchen, sterben die ersten Zechen. Heimische Kohle für ein zusammenhängendes Fernwärmenetz: Mit dieser Idee, mit der alle Seiten nur gewinnen konnten, warb der Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken Gerhard Malina 1961 im Rat der Stadt Dinslaken für den Aufbau einer Fernheizung auf Kohlebasis. Das Fernwärmenetz versorgt Teile Dinslakens und Walsums, später Voerdes und Hünxe-Bruckhausen, Fernwärme ist ein Kreis-Gedanke, die kommunale Neuordnung wird erst 1975 die politischen Verbindungen, nicht aber das Leitungsnetz kappen.

Ab September 1962 fließt Fernwärme aus der Heizzentale im ev. Krankenhaus in Dinslaken, im Dezember wird das Fernheizwerk auf der Kleiststraße in Betrieb genommen. Von 1965 an wird Fernwärme vom Heizkraftwerk Walsum bezogen. Dort werden Wärme und Strom in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Ab Dezember 1966 bezieht die wenige Tage zuvor am 29. November gegründete Fernwärmeversorgung Niederrein GmbH Wärme von der Zeche Lohberg.

Der Umweltgedanke, der heute die Technologien Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung aktueller und attraktiver den je macht, spielte in diesen ersten Jahren noch eine untergeordnete Rolle. Doch in den kommenden Jahrzehnten wuchs mit jedem neuen Filter, der die Schadstoffemission in Kohlekraftwerken drosselte, die CO2-Einsparung durch Fernwärme im Altkreis Dinslaken gegenüber der alten Versorgung durch Kohleöfen in jedem Haus. „Der Einsatz von Fernwärme ist aber auch praktizierter Umweltschutz“, heißt es in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Stadtwerke Dinslaken 1978. „Die Dunstglocke im Raum Dinslaken/Duisburg-Walsum wird beispielsweise für dessen rund 100 000 Einwohner um jährlich 800 Millionen Kubikmeter ungereinigter Rauchgase entlastet.“

Wärme aus Kohle war der erste, konventionelle Gedanke Gerhard Malinas. Aber es gab - und gibt – weitere, naheliegende Wärmequellen. Wärme nutzen, die ohnehin da ist – was könnte effizienter sein? Seit 1981 verbindet die Fernwärmeschiene Niederrhein Moers, Homberg, Walsum, Dinslaken und Voerde und versorgt mit einem 400 Kilometer langen Leitungssystem rund 500.000 Menschen mit Wärme. Entlang der Schiene speisen Kraftwerke, aber auch Industrieanlagen Wärme ein. Diese Nutzung industrieller Abwärme und Kraft-Wärme-Kopplung stellt nicht nur einen klaren Vorteil fürs Klima dar, sie sichert eine verlässliche Versorgung der Kunden ohne Engpässe und in regionaler Unabhängigkeit.

Mit einem Fernwärmeanteil von 60 Prozent aller Wohn- und Geschäftshäuser sowie öffentlicher Gebäude liegt Dinslaken 1992 bundesweit an dritter Stelle der Kommunen. Der umweltschonende Aspekt gewinnt angesichts des weltweiten Treibhaus-Effekts weiter an Bedeutung. Und die beste Art, CO2 einzusparen, ist, erst gar kein CO2 zu produzieren. Im Verbrennungsprozess in Biomasse-Heizkraftwerken wird nur das Kohlendioxid freigesetzt, das die Pflanzen zuvor für ihr Wachstum aufgenommen haben. Nutzt man dann noch die Verbrennung dieser Biomasse für die Erzeugung von Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung und setzt bei der Rauchgasfilterung auf modernste Technik, wird das Klima bei voller Versorgungssicherheit optimal geschont. Seit 2007 werden im Biomasse-Heizkraftwerk auf der Gerhard-Malina-Straße mit einem Wirkungsgrad von 82 Prozent Strom und Wärme für 5000 Haushalte erzeugt.

Und heute? 50 Jahre nach der Gründung der Gesellschaft gehört die Fernwärmeversorgung Niederrhein mit einem Leitungsnetz von rund 600 Kilometern Länge und Versorgungsobjekten an rund 70 Standorten zu den größten kommunalen Fernwärmeanbietern Deutschland. Mit der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr ist sie an der Entstehung eines des größten zusammenhängenden Versorgungssysteme Europas beteiligt und mit ihrem langjährigen Knowhow in den Bereichen Nahwärme/ Dezentrale Energieversorgung und erneuerbare Energien ist sie als Contractingpartner für individuelle, maßgeschneiderte Lösungen von Hennstedt in Norddeutschland bis Miesbach am Tegernsee gefragt.