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Forschung und Entwicklung

Hier wächst erneuerbare Energie nach

Miscanthus oder gemeinhin Riesen-Chinaschilf ist ein nachwachsender Rohstoff für die Wärmeerzeugung mit interessanten Eigenschaften für den Klimaschutz.

Die einen schaffen sich im Garten mit Wiese, Sträuchern und Teich kleine Refugien, andere bauen Obst und Gemüse an. Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken, ließ auf einem Grundstück im Oberbergischen eine erneuerbare Energiequelle wachsen: Miscanthus. Nun ist die Testphase abgeschlossen, der Anbau, die Ernte und die Befeuerung eines Biomasseheizwerkes mit dem Süßholz konnten sich bewähren. In Zukunft werden Contractingmodelle mit kleinen Miscanthus-Heizwerken über die WEB angeboten. Sie eignen sich besonders für den ländlichen Raum, wo der Miscanthus vor Ort wachsen kann.

Miscanthus gehört zur Familie der Süßhölzer und galt in Europa als Zierpflanze, bis sein praktischer Nutzen erkannt wurde. Das Gras ist langlebig, anspruchslos in der Pflege und sein bis zu vier Meter hohes Rohr wächst schnell nach. Das macht es zu einem interessanten Brennstoff. Der so vor Ort  gewonnene Miscanthus wird in der Contractinganlage eines Gewerbebetriebes, einem kleinen Biomasseheizwerk, eingesetzt. Miscanthus soll im Stadtwerke Dinslaken Konzern eine Ergänzung zu Holzhackschnitzeln aus der Landschaftspflege werden.

Eine vermeintliche Zierpflanze als erneuerbare Energiequelle. Das macht Sinn, schaut man sich das Wachstumsverhalten und dessen Voraussetzungen für Elefantengras an. Die Anbaubedingungen entsprechen denen von Mais. Aber anders als die Futterpflanze schafft sich Chinaschilf die Voraussetzungen für sein Wachstum selbst. In den ersten zwei Jahre nach dem Aussähen braucht der junge Miscanthus noch Pflanzenschutzmittel. Doch dann ist er derart gewachsen, dass Unkraut gegen ihn keine Chance mehr hat. Düngemittel braucht er gar nicht. Er verliert einmal im Jahr seine Blätter, diese fallen zu Boden, bleiben zwischen den Schilfrohren liegen und werden zu Humus. Das fördert nicht nur das weitere Wachstum des Chinaschilfs, es schont auch den Boden vor Erosion.

Im Frühjahr, wenn die Blätter zu Boden gefallen sind, können die Schilfrohre auf zwei Meter Höhe geschnitten werden. Zwischen 15 und 20 Tonnen Brennstoff lassen sich so pro Hektar ernten. Das Rohr wächst innerhalb eines Jahres komplett nach. Diese schnelle Regeneration macht Miscanthus als erneuerbare Energiequelle in Hinsicht auf den Klimaschutz so interessant. Die Bilanz von Kohlendioxid zwischen seiner Freisetzung im Verbrennungsprozess und seiner Aufnahme im Pflanzenwachstum ist innerhalb von einem einzigen Jahr ausgeglichen. Das Chinaschilf selbst hat eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren.

Energie auf Abruf

Zur künftig erforderlichen Entlastung der Stromnetze wird der Bau und die Nutzung von Batteriespeichern in Dinslaken untersucht.

Auch prüfen die Stadtwerke Dinslaken die Chancen einer Versorgung von Einfamilienhäusern mit Strom und Wärme durch Photovoltaikanlagen in Kombination mit Energiespeichern.