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Das geplante Dinslakener Holz-Energiezentrum

 Eine leistungsstarke und umweltfreundliche

Strom- und Wärmeversorgung für die Stadt.

Fernwärme in Dinslaken wird nahezu CO2-neutral

Wenn von der Energiewende gesprochen wird, ist zumeist vom Strombedarf die Rede. Dabei entfällt rund ein Drittel der benötigten Endenergie in Deutschland auf Wärme. Bei den Stadtwerken Dinslaken hat man Strom und Wärme seit Jahrzehnten die gleiche Bedeutung beigemessen. Dieser Weg wird nun mit dem geplanten Dinslakener Holz-Energiezentrum an der Thyssenstraße fortgesetzt. 2022 soll die Anlage die Erzeugung von Wärme und Strom in Kraft-Wärme-Kopplung aufnehmen und so auch nach dem voraussichtlichen Ende der fossilen Energieversorgung durch Kohlekraftwerke die verlässliche Versorgung Dinslakener Haushaltenüber Jahre und Jahrzehnte sicherstellen.  

Befeuert wird der Kessel einer solchen Anlage mit Holz. In unserer Region fallen täglich Hölzer aus dem privaten Gartenbau, aus der Forstwirtschaft und Landschaftspflege, beim Sperrmüll und bei der Entsorgung gewerblicher und industrieller Holznutzung an. Der Anlage werden dabei Hölzer der Kategorien A I bis III zugeführt. Da bei der Befeuerung nur das CO2 freigesetzt wird, das zuvor im Wachstum der Bäume aufgenommen wurde, ist die beschriebene Art der Energieerzeugung CO2-neutral.

Die Emissionsdaten werden durch kontinuierliche Messungen ständig überwacht und protokolliert. Dafür sorgen eine hochmoderne Rauchgasreinigungsanlage, die die Emissionen deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte hält, und nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der Leitwarte aus die Anlage ständig überwachen und so für einen reibungslosen Betrieb sorgen.

Gut für Dinslaken

Standort der geplanten eingehausten Erzeugungsanlage mit einer Wärmeleistung von zwei mal 50 Megawatt ist ein von Bäumen gesäumtes Areal im Industriegebiet am Ende der Thyssenstraße in Dinslaken. Zu den Vorteilen des Standorts zählt die Nähe zur A 59: Der Anlieferungsverkehr wird über die Brinkstraße und Otto-Brenner-Straße geführt, die Innenstadt wird nicht belastet. Die LKW werden im Inneren des eingehausten Holzenergiezentrums entladen, so dringen weder Lärm noch Staub nach draußen.

Für die Dinslakener Stromkunden bedeutet das Holz-Energiezentrum nicht nur eine Wertschöpfung für ihre Stadt: Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken, versprach im ersten vollständigen Betriebsjahr den Arbeitspreis für Strom gegenüber dem dann geltenden Betrag um 1 Cent/kWh zu senken.


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Warum die energetische Verwertung von Altholz sinnvoll ist

Zu den Rednern der 2. Informationsveranstaltung zum geplanten Dinslakener Holz-Energiezentrum (DHE) am 21.11.2018 im Ledigenheim Dinslaken-Lohberg gehörte auch Dipl.-Ing. Günter Dehoust, Senior Researcher im Bereich Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut e. V., Berlin. In seiner Einschätzung des DHE sprach er u.a. über die energetische Holzverwertung unter den Gesichtspunkten Ökologie und Nachhaltigkeit:


„Holz ist ein nachwachsender und damit nachhaltiger Rohstoff und ein sehr guter Bau- und Werkstoff, der so oft wie möglich weniger nachhaltige Rohstoffe ersetzen sollte. Die Nutzung sollte ebenfalls nachhaltig gestaltet werden: durch eine lange Lebensdauer der Produkte und Gewerke, weniger Schadstoffeinsatz bei der Produktion und während der Nutzung, durch die Wiederverwendung in einem „Second Life“ und durch eine Kaskadennutzung. Letzteres bedeutet, das Holz wird durch Recycling so lange wie möglich stofflich genutzt. Da aber die Nutzungsphasen und damit jeder Recyclingzyklus auch Schadstoffanreicherungen mit sich bringen, ist dieser Prozess endlich.  Es wird notwendig, Altholz ab einem bestimmten Punkt der stofflichen Nutzung zu entziehen, um Schadstoffanreicherungen in Holz-Recyclingprodukten zu verringern. Im Sinne einer nachhaltigen Kaskadennutzung sollte das ausgeschleuste Altholz dann einer weiteren sinnvollen Verwertung zugeführt werden: Dafür eignet sich insbesondere die effiziente energetische Nutzung in speziell dafür optimierten Anlagen.“


In jeder stofflichen Verwertungsphase fallen Holzabfälle an, die nicht immer weiterverwertet werden können. Hierbei handelt es sich um überwiegend Altholz der Kategorien I und II. Verarbeitetes Holz am Ende der Kaskadennutzung fällt meistens in die Altholzkategorie III.  Im DHE soll aus Holz der Kategorien I bis III Wärme und als Nebenprodukt Strom in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden. Gerade die energetische Verwertung von Holz der Kategorie III in Kraft-Wärme-Kopplung wurde von Günter Dehoust positiv bewertet, weil hier keine Konkurrenz mehr zur stofflichen Verwertung besteht.


 „Um den Klimaschutz angemessen zu fördern, ist die Umsetzung der Energiewende (100 % regenerative Energie) zwingend notwendig. Strom wird angesichts des erhöhten Bedarfs durch die Elektromobilität auch künftig knapp bleiben. Er sollte zu möglichst hohen Anteilen aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt werden. Die Wärmeversorgung wird durch den erforderlichen Ausstieg aus der Kohle und dem langfristigen Ausstieg aus Gas schwieriger. Das Fazit: Alle möglichen regenerativen Quellen müssen genutzt werden, sowohl die Altholzverbrennung als auch die vorhandenen Alternativen.  


Günter Dehoust ging in seinem Vortrag auch konkret auf das geplante DHE und seine Rauchgasreinigung (RGR) ein. Das Holz-Energiezentrum unterliegt wegen der Verwendung von Altholz der Kategorie III der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung (17. BImschV).
„Für die Anwohner bietet eine Anlage nach 17. BImschV mehr Sicherheit und für die
 meisten Parameter auch weniger Belastung“, so Dehoust. Positiv sei zudem, dass kein Altholz der Kategorie IV verwendet wird. „Die geplante 4-stufige RGR-Anlage übersteigt z.T. deutlich den Stand, der heute üblicherweise in vergleichbaren Anlagen - auch MVAs - realisiert wird. Damit können geringe Betriebswerte erreicht werden.“  


Die Zusatzbelastungen an Immissionen durch das DHE werden unter einem Prozent liegen. Dieser besonders niedrige Irrelevanzwert wird zur Einhaltung des Luftreinhalteplans für Dinslaken gefordert. Dazu Günter Dehoust: „Die vorgestellten, sehr geringen Zusatzbelastungen, stimmen mit unseren Erfahrungen aus Immissionsprognosen für vergleichbare  Anlagen überein.“