Holz als Energieträger

Feste Biomasse, insbesondere Holz, nimmt unter den erneuerbaren Energiequellen einen wichtigen Platz ein. Speziell für das Gelingen der Wärmewende ist Biomasse von entscheidender Bedeutung. Das haben die Stadtwerke Dinslaken bereits in den 2000er Jahren erkannt. Seitdem ist die Zahl der Erzeugungsanlagen auf Holzbasis kontinuierlich gewachsen.

Das DHE Dinslakener Holz-Energiezentrum

Das DHE Dinslakener Holz-Energiezentrum ist seit 2024 der größte Strom- und Wärmeproduzent der Stadtwerke Dinslaken Unternehmensgruppe. Es wurde errichtet, um den Wegfall von Wärmelieferungen aus einem Steinkohlekraftwerk zu kompensieren.

Das DHE leistet aber nicht nur den entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung des Dinslakener Fernwärmenetzes, es erzeugt auch Strommengen, die dem jährlich von über 25.000 Haushalten entsprechen. Dabei nutzt es eine Energiequelle, die sonst einfach nur verrotten würde: Altholz der Klassen 1 bis 3.

Das DHE Dinslakener Holz-Energiezentrum in der Abenddämmerug
Holzhackschnitzel

Energie aus Biomasse

„Im Vergleich zu Wind, Fotovoltaik, Wasserkraft und Biomasse aus der Landwirtschaft stellt die feste Biomasse (insbesondere Holz) die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Deutschland dar und wird derzeit vor allem zu Heizzwecken genutzt“, heißt es auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zum Thema Naturschutz und Bioenergie.

Dies habe allerdings Auswirkungen auf die Natur. Sofern Holz aus dem Wald nicht angepasst entnommen werde, könne dies zu einer Gefährdung und einem Rückgang der biologischen Vielfalt führen und zudem die Funktion des Waldes als CO2-Senke mindern. „Deshalb ist bei der energetischen Holzverwendung anzustreben, dass diese, wo möglich und sinnvoll, auf nicht weiter stofflich verwendbares Rest- und Altholz konzentriert ist oder am Ende einer Nutzungskaskade steht sowie nicht zu Lasten der Senkenfunktion der Wälder geht“, so das Bundesministerium.

Ein wertvoller Rohstoff

Seit die Menschen ihre Kulturtechniken entwickelt haben, nutzen sie Holz als natürlichen, nachwachsenden und damit nachhaltigen Rohstoff. Aus Holz fertigt man Gebrauchsgegenstände, Möbel oder ganze Häuser. Seit mehreren Jahrzehnten hat man Technologien entwickelt, um Materialien zu recyceln. Dazu zählt Papier, das aus dem Zellstoff von Hölzern hergestellt wird, ebenso wie bspw. Echtholz, das man zu Spanholzplatten recycelt und somit erneut für den Möbelbau verwenden kann. Diese verschiedenen Stufen des Recyclens heißen Kaskadennutzung. Doch ist irgendwann im Laufe des Verarbeitungsprozesses der Moment erreicht, an dem eine weitere Verwertung nur noch schwer oder mit einem hohen Einsatz von umweltbelastenden Chemikalien möglich wäre.

Im DHE wird Altholz der Kategorien 1 bis 3 thermisch verwertet und somit als Energieträger für die gekoppelte und damit besonders effiziente Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Eine Grafik, die zeigt, wie Holz in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen genutzt werden kann

Biomasse – Frischholz und mehr

Die Inbetriebnahme des DHE wurde 2024 gefeiert. Doch schon seit den 2000er Jahren setzen die Stadtwerke Dinslaken bei der Strom- und Wärmeerzeugung auf Biomasse.

• Seit 2007 werden im Biomasse-Heizkraftwerk an der Gerhard-Malina-Str. Strom und Wärme mit Frischholz erzeugt, wie es beim Baumschnitt bzw. bei der Pflege des Straßenbegrenzungsgrüns anfällt. Wurzelwerk kommt nicht zum Einsatz, denn dies kann nachwachsen und seine Entnahme wäre nicht nachhaltig.

• Neben Holz zählt auch Biomethan per Definition zur Biomasse, da der Begriff die gesamte organische Substanz von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen umfasst. Als Alternative zu fossilem Erdgas betreiben die Stadtwerke Dinslaken bzw. ihre Tochtergesellschaft Fernwärmeversorgung Niederrhein BHKW an mehreren Standorten mit Biomethan.

Sowohl die Biomasse-Heizkraftwerke in Dinslaken und Moers als auch die Biomethan-BHKW in Dortmund-Bodelschwingh und Lohberg sind nach SURE-EU zertifiziert. Das Zertifizierungssystem deckt die gesamte Liefer- und Verarbeitungskette von Biomasse ab und bietet eine objektive Möglichkeit, die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien der aktuellen Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED III) nachzuweisen.

Holz als Baustein einer dekarbonisierten Energieerzeugung

Doch was macht Holz für die moderne, dekarbonisierte Energieerzeugung interessant? Während in Forschung und Energiewirtschaft mit Hochdruck an Lösungen für leistungsstarke Batterien gearbeitet wird, macht es uns die Natur vor, wie Energiespeicher auf biologische Art wachsen und vergehen. Die Menschen können sich dies zunutze machen.

Bäume nehmen zum Wachstum Sonnenenergie und Kohlendioxid (CO2) auf. Überlässt man Holz, dessen weitere Nutzung nicht mehr sinnvoll ist, sich selbst, beginnt ein chemischer Prozess: Das Holz gibt das CO2 frei, das es bei seinem Wachstum aufgenommen hat: Wachstum und Verfall halten sich also die Balance. Man kann diese Hölzer der Kategorie A1 bis A3 allerdings auch thermisch verwerten, um in einer Anlage wie dem DHE Wärme und Strom zu erzeugen. Die CO2-Aufnahme und CO2-Abgabe des Holzes halten sich weiterhin die Waage.

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