Stadtarchiv erhält „Millionen und Billionen“ von den Stadtwerken Dinslaken
Briefe und Inflationsgeld
Da kam Freude auf, als die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke Dinslaken bei der Sichtung von historischem Material eine Million fand. Und dann fünf Millionen. Und schließlich zehn Billionen. Doch leider waren es nur Mark. Gedruckt vom Kreis Dinslaken-Niederrhein in der Zeit der Inflation von 1923. Es hätte den Kämmerer der Stadt Dinslaken auch nicht so wirklich gefreut, was die vergilbten Scheinchen versprachen: „zahlen die kommunalen Kassen im Kreis Dinslaken dem Einlieferer dieses Scheines“. Anders sah es allerdings beim Stadtarchiv Dinslaken aus. Katharina Schinhan nahm den historischen Fund gerne entgegen. Mit weiteren Archivalien, die für Dinslaken von stadthistorischem Interesse sind.
Das Inflationsgeld fand sich zusammen mit Briefen aus dem 19. Jahrhundert und anderen alten Dokumenten in den Mappen, in denen historische Ansichtskarten der Stadt Dinslaken archiviert sind. Als die Stadtwerke Dinslaken 2003 ihren 100. Geburtstag feierten, präsentierten sie diese Stadtansichten im Rahmen einer Ausstellung im Kundencenter an der Gerhard-Malina-Straße. Die Postkartensammlung wurde aber damals im Paket mit weiterem historischem Material erworben, ein buntes Sammelsurium, das von Bezugsscheinen für Speisefett aus dem Kriegsjahr 1917 bis hin zu Briefen aus dem ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts reichten.


„Geld“ fürs Voerder Stadtarchiv
Gesuche eines Dinslakener Invaliden, der Ende des 18. Jahrhunderts an Feldzügen gegen Frankreich teilnahm oder eines Kriegsgefangenen des zweiten Weltkriegs, der seiner Liebsten daheim vom Apfelmost, den er als Erntehelfer im französischen Calvados erhielt, in den höchsten Tönen vorschwärmt, sind für ein stadthistorisches Zentrum interessant – beim kommunalen Energieversorger kann man damit nichts anfangen. Und so überreichte Britta Bethe, Abteilungsleiterin Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Vertriebssteuerung, den Stadtarchivarinnen von Dinslaken und Voerde, Katharina Schinhan und Kirsten Lehmkuhl zwei Mappen mit Archivalien, die von ihnen nun verwahrt und ausgewertet werden können.
Es gab auch „Geld“ für das Voerder Stadtarchiv. In den bei den Stadtwerken Dinslaken eingelagerten Mappen fanden sich auch Scheine, die die Bürgermeisterei Voerde 1923 drucken ließ. Diese kehren nun dorthin zurück, zusammen mit Briefen, die Mitte des 19. Jahrhunderts an Haus Wohnung adressiert waren, sowie mit alten Ansichten des Ausflugsziels Götterswickerhamm.
