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JeKiT-Premiere im Alten Gaswerk

Das war aufregend: Zum ersten Mal sollten die Kinder, die sich von der Kita Düppelpunkt zum Alten  Gaswerk der Stadtwerke Dinslaken aufgemacht haben, eine Theatervorstellung erleben – und dann erfuhren, sie dass die Aufführung für die Burghofbühne selbst auch ein erstes Mal war! „Der Miesepups“ feierte Premiere. Nach drei Inszenierungen für den Abendspielplan gab Joachim von Burchard sein Regiedebüt am Kinder- und Jugendtheater der Burghofbühne. Ein Genre, in dem er oft und gerne arbeitet – und dies so, dass Kinder Spaß haben und dabei etwas lernen können - Erwachsene ebenso.

Kindern ein erstes, sinnliches Erleben der Theaterwelt zu ermöglichen und dabei einem Bildungsauftrag nachkommen, dies ermöglichen die Stadtwerke Dinslaken  seit 2011 mit ihrem finanziellen Engagement für das gemeinsam mit der Burghofbühne und der Stadt Dinslaken ins Leben gerufene Projekt „Jedem Kind einen Theaterbesuch“ (JeKiT). „Ein deutschlandweit einmaliges Konzept“, wie Dinslakens stellvertretender Bürgermeister Eyüp Yildiz vor der JeKit-Premiere im Alten Gaswerk erklärte. Die Kinder werden angeregt, selbst kreativ zu sein, erfahren das Theater als einen Ort, an dem Gefühle, Erlebnisse und Fragen, die sie beschäftigen spielerisch behandelt werden. „Die Dinslakener Kinder wachsen mit einer Selbstverständlichkeit von Theater auf, das gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“, so Burghofbühnenintendant Mirko Schombert.

Im „Miesepups“ nach dem Bilderbuch von Kirsten Fuchs arbeiten Regisseur Joachim von Burchard und Darstellerin Laura Götz auf mehreren Ebenen. Einerseits bieten sie den Kindern eine phantasievolle Geschichte mit kauzigen, aber auf ihre Art liebenswerten Wesen. Zum anderen legen sie, auch dank der musikalischen Ideen von Jan Exner, offen, wie Theater funktioniert: Laura Götz ist abwechselnd Erzählerin und „Miesepups“, die anderen Charaktere sind von ihr gespielte Handpuppen und das mittels Loopmaschine den Soundtrack erzeugende Musikinstrument ist die Kulisse integriert. Und zum Dritten schauen Erwachsene auf die Geschichte hinter der Geschichte: Sie erleben die Wandlung eines depressiven, den Anforderungen des Alltags sowie sozialen Kontakten nicht mehr gewachsenen Charakters. Weil ein mitfühlendes „Kucks“ hin- und nicht wegschaut, erwacht in den Träumen des „Miesepups“ eine gute Fee, die ihm unbewusste Wünsche zur Selbsthilfe erfüllt. Gemeinsam gelingt es, den Teufelskreis von Isolation und Handlungsunfähigkeit zu durchbrechen. Die Kinder applaudierten nach der Vorstellung begeistert, sie hatten sichtlich Spaß. Das Resümee für die Älteren zog Eyüp Yildiz: „Kann man das auch nur für Erwachsene spielen?“

Der Fortbestand von JeKiT ist auf jeden Fall für die nächsten Jahre gesichert. Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken, sprach schon jetzt die Förderung des JeKiT-Stücks zum zehnjährigen Jubiläum 2021 an.