Ihr Versorger am Niederrhein.
Sonderseiten

Stadtwerke beschließen Auslandsgesellschaft

Im Rahmen der von der chinesischen Regierung beschlossenen Klima- und Energiewende beabsichtigt die Bezirksregierung von Gulou, einem Bezirk der Stadt Nanjing in der Provinz Jiangsu, die Versorgung des neu geplanten Ortsteils Shogun City mittels einer innovativen Energieerzeugung. Hierzu werden die Stadtwerke Dinslaken einen Beitrag leisten.

Die Stadtwerke Dinslaken sind in Deutschland seit Jahren Partner vieler chinesischer Geschäftskunden und beliefern diese über ihre Tochtergesellschaft WEP Wärme-Energie- und Prozesstechnik GmbH an rund 500 Abnahmestellen mit Strom bzw. Erdgas. Über diese Geschäftsbeziehung kamen Kontakte zur chinesischen Handelskammer in Deutschland für die Provinz Jiangsu, zu deren Gründungskonferenz in Düsseldorf am 18.12.2017 die Stadtwerke Dinslaken als Ehrengast eingeladen waren, sowie zum chinesischen Generalkonsulat in Düsseldorf zustande. Im selben Jahr schlossen die Stadtwerke Dinslaken auch einen Kooperationsvertrag mit der Feiyuan Enterprise mit Sitz in Nanjing.

Vertreter der Bezirksregierung Gulou haben bei einem Deutschlandbesuch im Rahmen eines gemeinsamen Austausches 2019 Projekte der Stadtwerke Dinslaken im Bereich der innovativen Energien besichtigt. Hierzu gehören insbesondere Erneuerbare-Energien-Projekte sowie Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung. In beiden Bereichen verfügen die Stadtwerke Dinslaken über jahrzehntelange Erfahrung. Beindruckt waren die chinesischen Besucher von dem Anlagenkonzept, das die Stadtwerke Dinslaken für den Flughafen Köln-Bonn realisiert haben. Dabei handelt es sich um vier Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 8 MW und einer Wärmeleistung von 7,7 MW sowie Heizkessel mit rund 28 MW und vier Kältemaschinen mit einer Kälteleistung von zusammen 7,2 MW.

Ein ähnliches Konzept soll nun für einen Gebäudekomplex mit einer Gebäudefläche von 140.000 Quadratmetern in Gulous neu geplanten Ortsteil Shogun City umgesetzt werden. Zur Deckung des Wärme- und Kältebedarfs dieses Gebäudekomplexes reicht die Hälfte der Gesamtleistung der Anlage am Flughafen Köln-Bonn.  

Projekt stellt sich wirtschaftlich dar

Für die Realisierung des Projekts sind allerdings nicht nur technische Planungen nötig, es müssen auch die wirtschaftlichen und wirtschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Auf Basis gemeinschaftlich erstellter Unterlagen der Feiyuan Enterprise und der Stadtwerke Dinslaken wurde eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt. Diese berücksichtigt alle gesicherten  und für den chinesischen Markt relevanten Prämissen. Demnach stellt sich das Projekt als wirtschaftlich dar.

Ergebnisse der Geschäftsreise

Auf ihrer Geschäftsreise vom 24. Oktober bis 3. November nach China führte die von den Stadtwerken Dinslaken entsandte Delegation Gespräche über die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft mit ihrem chinesischen Kooperationspartner Feiyuan Enterprise. In Nanjing unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Vereinbarung, die die Rahmenbedingungen für die Gründung einer solchen Gesellschaft festlegt. Sollte den Stadtwerken Dinslaken die Genehmigung zur Gründung der gemeinsamen Gesellschaft aus kommunalaufsichtsrechtlichen Gründen versagt werden, ist vereinbart, dass sie entgeltliche Beratungsleistungen für das Projekt erbringen.

Ebenfalls wurde im Rahmen der Reise als Vertrauensbeweis und Zeichen der Verbundenheit zwischen dem Bezirk Gulou und der Stadt Dinslaken eine Freundschaftserklärung geschlossen. Darüber hinaus hat die Bezirksregierung von Gulou die kostenlose Nutzung des für die technischen Anlagen benötigten Grundstücks auf Erbpacht-Basis in Aussicht gestellt. Die Begegnung auf politischer Ebene wird von der chinesischen Seite sehr hoch eingestuft, ein Gegenbesuch einer hochrangigen Delegation aus Gulou, der sowohl Politik als auch Vertreter der staatlichen Investitionsförderung angehören, ist im Dinslakener Rathaus auf den 12. Dezember terminiert.  

Dies sind die Ergebnisse des Besuchs der Delegation von Stadt und Stadtwerke in Gulou. Darüber hinaus ergaben sich während der Geschäftsreise durch den Austausch auf politischer Ebene auch Kontakte zu Banken und einem der größten chinesischen Bauunternehmen. Dieses wird das Bauvorhaben Shogun City realisieren und hat nun auch den Wunsch nach einer Beteiligung an dem Energieversorgungsprojekt der Stadtwerke Dinslaken und der Feiyuan Enterprise geäußert.

Modellcharakter

Aus Sicht der Stadtwerke hat das Projekt zur Versorgung einer Gebäudefläche von 140.000 Quadratmetern mit Wärme und Kälte in Gulou Modellcharakter, um die Wirtschaftlichkeit einer effizienten und umweltfreundlichen Energieversorgung zu dokumentieren und somit alle Partner zu überzeugen. Werden die geplanten Prämissen erreicht, sollen weitere Projekte realisiert werden.

Die Stadtwerke Dinslaken sehen auf dem chinesischen Markt große Chancen, haben selbstverständlich aber auch wirtschaftliche Risiken fest im Blick. So soll die Beteiligung an der Projektgesellschaft in China nicht direkt, sondern über eine Tochtergesellschaft gehalten werden.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Dinslaken hat am 27.11.2019 auf Grund der guten Renditekennzahlen einstimmig die Gründung einer Auslandsgesellschaft beschlossen.

Die weiteren notwendigen gesellschaftsrechtlichen und kommunalrechtlichen Schritte werden jetzt durchlaufen. Das Projekt soll im 2. Quartal 2020 starten.

Vor dem Rathaus von Gulou. Von links nach rechts: Ming Li (General Manager Geschäftskundenvertrieb Asiatische Kunden), Josef Kremer, Jun Hou (Geschäftsführer Feiyuan Enterprise),Eyüp Yildiz, Yangwen Xu (Bezirksbürgermeister von Gulou), Jürgen Buchmann, Heinz Wansing, Volker Kobelt und Bing Hou (Feiyuan Enterprise).